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Eine Trafik weniger

Heute wollte ich mir Zigaretten kaufen, und was musste ich sehen? Die Trafik der Familie Kogelnig in der Klagenfurter Rosentaler Straße hat dicht gemacht. Schade drum, denn das war eine der wenigen Tabakhandlungen, die auch über Mittag und am Samstag Nachmittag geöfnet waren.

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Alte private E-Werke

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es gar nicht so unüblich, dass Private, wie zB Bauern, kleine Elektrizitätswerke unterhielten, zumeist an kleinen Flüssen oder in Schluchten. Hier ein Beispiel aus dem Glantal. Ein altes e-Werk, das einst die hier noch kleine Glan zur Stromerzeugung nutzte.

Die Klagenfurter Waisenhauskaserne, die eine unrühmliche Vergangenheit als SS-Ausbildungsstätte hat, trägt ihren Namen, weil gleich nebenan, in der Lerchenfeldstraße, das alte Klagenfurter Waisenhaus stand. Zwischen 1800 und ca 1920 wurden dort Kinder, deren Eltern verstorben waren, von Mönchen großgezogen. Das Gebäude gibt es noch und wenn man genau hinsieht, erkennt man noch den ursprünglichen Zweck des Hauses.

Das Cafe Kral in St.Veit

Von Ende der 80er Jahre bis zur Jahrtausendwende war das Cafe Kral in St.Veit an der Glan DIE Adresse für alternativ angehauchte Herzogstädter. Künstler verkehrten hier nicht nur, sondern stellten aus. Es gab Lesungen mit Größen wie Peter Turrini und Werner Kofler, und unter anderem spielten hier Attwenger live. Das Lokal war außerdem extrem gemütlich und fast immer von netten Leuten frequentiert. Leider landete Inhaber Karl Schmidt wirtschaftlich in tiefroten Zahlen, so dass das Kral, das sich zwischenzeitlich auch „Q“ nannte, schließlich für immer zusperrte und das Gebäude versteigert wurde. Der so markante Anstrich des Hauses vergilbt langsam und das einstige Szenegasthaus wird als Lagerraum missbraucht.

Erdbunker bei Lebmach

Nahe der Ortschaft Lebmach (Gemeinde Liebenfels) sind neben der Straße, die nach Pulst führt, immer noch die Einstiege zu jenen Erdbunkern zu sehen, in die sich die dortige Bevölkerung in den letzten Kriegsmonaten bei Bombenalarm zu flüchten pflegte. In wenigen Jahren wird sich die Natur diese künstlichen Höhlen wieder zurückerobert haben und niemand wird mehr wissen, dass hier einmal primitive Luftschutzbunker waren.

Generationen von Studentinnen und Studenten kennen ihn, den Spar in der Klagenfurter Mozartstraße, vis a vis vom Studentenheim, und haben sich dort nicht nur mit Vorräten für Parties, sondern auch mit kleinen Snacks und Zigaretten eingedeckt. In wenigen Monaten wird das Geschäft leider für immer schließen, da wenige hundert Meter weiter in der Villacher Straße ein Eurospar gebaut wird, der den kleinen Markt laut Kalkulation der Konzern-Rechner überflüssig machen wird. Das mag so sein, dennoch erinnere ich mich mit gewissem Wehmut an all die Leberkäsesemmeln und gekühlten Getränke, die ich hier während der Vorlesungspausen gekauft und gleich verdrückt habe, und auch daran, dass dieser kleine „Supermarkt“ zu den letzten gehörte, die noch ein wenig vom alten Greißlercharme versprühten.

Das Kino „Kammerlichtspiele“ hatte in Klagenfurt eine lange Geschichte. 1942 im Gebäude des Hotels „Schwarzer Adler“ eröffnet wurde die Bevölkerung dort zunächst mit Durchhaltefilmen und Propagandaquatsch belästigt. Von 1945 bis 1955 dienten die Kammerlichtspiele als britisches Militärkino. Nach einer gründlichen Renovierung wurde das Kino am Klagenfurter Kardinalsplatz 1955 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zwischen 1978 und 1980 wurde das Gebäude samt Kino neu gebaut und erhielt seinen zweifelhaften Betonklotzcharme. 2001 surrte der letzte Film durch den Projektor. Bestrebungen, die Kammerlichtspiele als Alternativkino zu führen, scheiterten am Widerstand des Besitzers.

Auf dem Programm: Nichts

Früher nettes Kino, heute Müllkippe

Auch dem Carinthia-Kino ist es nicht besser ergangen. Das Klagenfurter Vorstadtkino in der Ehrerntalerstraße verfällt, seit 20 Jahren ungenutzt, vor sich hin.

Im Aushang findet man noch ein vergilbtes Plakat von „Erik der Wikinger“ (interessant zu sehen, mit welchem Nachdruck der Verleih damals meinte, den Film als Monty Python-Werk verkaufen zu müssen)

Der alte Ausgang: